Das Erstellen eines Businessplans zwingt einen, sich intensiv mit dem künftigen Unternehmen auseinanderzusetzen und die geplante Finanzierung erneut durchzurechnen.
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BusinessplanSo bringen Sie Ihre Geschäftsidee auf den Punkt

Ein Businessplan ist unabdingbar, wenn man externe Investoren oder Kapitalgeber sucht. So gelingt das komplexe Unterfangen.

von aktualisiert am 15. Januar 2018

Einen Businessplan zu erstellen, ist ­anspruchsvoll und aufwendig, das stimmt. Wer aber davor zurückschreckt, sollte sein Projekt vielleicht ­besser gleich begraben. Denn erstens ist dies ­bereits ein starkes Indiz dafür, dass die nötige Einsatzbereitschaft und der Durchhaltewille für eine erfolgreiche Unternehmens­gründung fehlen. Zweitens ist ein Businessplan unabdingbar, wenn man externe Investoren oder Kapitalgeber sucht. Auch wer kein Fremdkapital benötigt, sollte dringend einen Businessplan, auch Unternehmensplan genannt, ausarbeiten.

Das zwingt einen, sich intensiv mit dem künftigen Unternehmen auseinanderzusetzen, seine Idee nochmals auf den Prüfstand zu ­stellen, die geplante Finanzierung erneut durchzurechnen und alle möglichen Szenarien für die Zukunft durchzuspielen. Ausserdem wird ein Unternehmensgründer so auch davor geschützt, in der Anfangseuphorie wichtige Aspekte zu ­vergessen. Was wiederum das Risiko minimiert, kapitale ­Fehler zu begehen. Dies natürlich nur, wenn der Businessplan die wichtigsten Elemente enthält.

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Was gehört zum Businessplan?

 

  • Zusammenfassung: Eine kurze Zusammenfassung (Management Summary) hält die wichtigsten Punkte des Businessplans auf maximal zwei Seiten fest.
     
  • Unternehmen: Daten und Fakten zum ­Unternehmen: Ziele, Rechtsform, Partner, ­Organisation.
     
  • Produkte/Dienstleistungen: Welches Produkt oder welche Dienstleistung bietet das Unternehmen genau an? Welche Bedürfnisse werden damit befriedigt? Was macht das Angebot im Vergleich zu Konkurrenz­angeboten attraktiv?
     
  • Markt: Wo sind Marktnischen? Wem lässt sich das Produkt oder die Dienstleistung ­verkaufen? Welche Charakteristika und ­Bedürfnisse haben die Abnehmer? Warum sollten sie die Dienstleistungen oder ­Produkte erwerben? Welche Markttrends zeichnen sich ab?
     
  • Konkurrenz: Welche Mitbewerber sind im Markt wie etabliert und aktiv? Wer hält welchen Marktanteil? Nach welchen Geschäftsmodellen arbeitet die Konkurrenz? Wie grenzt sich die eigene Firma von ­ähnlichen Unternehmen ab? Wo liegen die Stärken und Schwächen der Mitbewerber im Vergleich mit dem eigenen Unternehmen?
     
  • Marketing: Wie und mit welchen Mitteln werden die Produkte und Dienstleistungen verkauft? Nach welcher Preispolitik? Wie kommuniziert das Unternehmen? Wie ­bewirbt es seine Produkte? Und wie werden sie vertrieben?
     
  • Produktion/Administration: Was wird selbst produziert oder fertig eingekauft? Wie werden die Produkte hergestellt (Produktionsverfahren)? Wer sind die Waren­lieferanten? Wer besorgt die Buchhaltung, kümmert sich um Personalfragen, um den ­Wareneinkauf, akquiriert Kunden, konzipiert die Werbung?
     
  • Standort/Infrastruktur: Wo werden die Waren entwickelt, fabriziert, veredelt, gehandelt, verkauft? Welche Vor- und ­Nachteile hat der gewählte Standort? Ist die notwendige Infrastruktur vorhanden?
     
  • Management/Organisation: Von wem und wie wird die Unternehmung geführt? Wer hat welche Kompetenzen und Aufgaben? Wie ist die Zusammenarbeit organisiert? Wer ist wofür verantwortlich?
     
  • Risikoanalyse: Analyse des Gefahren­potentials: Welche Risiken existieren? Wie lassen sie sich vermeiden oder vermindern? Wie sehen die Best-Case-, Realistic-Case- und Worst-Case-Szenarien bei ­bestimmten Risiken aus?
     
  • Finanzen: Wie viel Kapital ist für den Firmen­start notwendig? Reichen die vorhandenen Mittel, um ein Geschäft zu eröffnen? Lässt sich genügend Ertrag erwirtschaften? Wie sieht die finanzielle Entwicklung aus? Woher stammt das benötigte Kapital? Wer sind die Kreditgeber? Wie viel Kredit gewähren sie und zu welchen Bedingungen?
     
  • Aktionsplan: Details zu den nächsten Schritten: Was ist bis wann weshalb zu tun? Und wer ist dafür verantwortlich?


Trotz diesen vielen Fragen sollte ein Businessplan aus maximal 30 A4-Seiten bestehen (ohne Anhang). Grundsätzlich ist es sinnvoll, wenn er vom angehenden Unternehmer verfasst wird. Hilfe darf natürlich in Anspruch genommen werden. Etwa durch den Beizug eines Treuhänders für die Erstellung von Kapitalbedarfsplan, Budgetplan, Liquiditätsplan, Finanzierungsplan und Eröffnungsbilanz – alles Punkte, die ins ­Kapitel «Finanzen» gehören. Nicht zuletzt muss der Businessplan auch einen guten Eindruck ­machen. Sprich: Er ist schön gestaltet, lesefreundlich und hat keine Schreibfehler.

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