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PornoversandUnter der Gürtellinie

Mit Prospekten und im Internet wirbt ein Porno-Versand für Produkte, die verdächtig auf Kinderpornografie sind.

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Der Hinweis kam von einer Beobachter-Abonnentin: Das «grässliche Heft» des Pornoversands First Avenue mit Postfachadresse in Wollerau SZ enthalte Kinderpornografie. Tatsächlich verspricht dort eine Tamara «DVD-Pornos der harten und härtesten Sorte» mit Titeln wie «Inzest – Vater mach mir den Hengst» oder «Teenies Fotzen-Paradies». Das abgebildete Mädchen, das an seinen Genitalien hantiert, wirkt wie ein Kind. Und straft den Hinweis auf eine unersättliche 18-Jährige Lügen.

Für First Avenue, die ihr gesamtes Programm an Perversitäten auch im Internet anbietet, antwortet Hakan Tandogan, Geschäftsführer der Larol AG mit Sitz in Davos. Von verbotener Kinderpornografie will er allerdings nichts wissen: «Dieses Mädchen dreht schon seit Jahren Pornos und ist sehr wohl schon über 20 Jahre.» Seine Firma – laut Handelsregister handelt das Unternehmen mit Waren aller Art, insbesondere mit medizinischen und zahnärztlichen Produkten – achte ganz genau darauf, «was legal oder illegal ist».

Der Beobachter schickte die Verdachtsmeldung auf Kinderpornografie an die Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität beim Bundesamt für Polizei (Fedpol). Die Fahnder teilten mit, die Behörden in Wollerau würden informiert und allenfalls werde eine Strafverfolgung eröffnet. Zuständig ist das Bezirksamt Höfe. «Wir werden uns der Sache sicher annehmen», sagt Untersuchungsrichterin Monika Camenzind.

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Veröffentlicht am 03. Januar 2006