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VorsorgeSteuern sparen und optimieren mit der 3. Säule

Bei der Säule 3a und 3b gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Steueroptimierung.

Wer Geld in die Säule 3a einzahlt, spart Steuern. Welche steuerlichen Vorteile bringt die 3. Säule sonst noch mit sich?

von und aktualisiert am 23. August 2017

Dass man mit der Säule 3a Steuern sparen kann, ist bekannt: Die Beträge lassen sich vom Einkommen absetzen. Bis zur Auszahlung der Vorsorgegelder muss man weder Vermögenssteuer noch Einkommenssteuer für die Erträge zahlen.

Die mit der Einlage von Vorsorgegeldern der 3. Säule verbundene Steuer­ersparnis steigt mit zunehmender Steuerprogression und macht das Sparen in der Säule­ 3a­ sehr attraktiv. Auszahlungen aus der Säule 3a werden gleich besteuert wie Kapitalauszahlungen aus der 2. Säule.

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Steuern sparen mit der Säule 3a

Obwohl die Säule 3a stark mit dem Argument der Steuervorteile beworben wird, stellt sie vor allem ein sehr sicheres und einfaches Mittel zur Schlies­sung einer zukünftigen Finanzlücke dar – und die nimmt bekanntlich mit steigendem Einkommen zu (siehe Grafik).

Wenn der sogenannte Grenzsteuersatz bei Ihnen tief ist, sollten Sie durchrechnen, wie viel die Hypothekarzinsen steuerbereinigt betragen und wie viel Zinsen Ihr 3a­-Guthaben bringt. Gut möglich, dass es sich lohnt, einen Teil der Hy­pothek mit Geldern aus der Säule 3a abzulösen. Lassen Sie sich von einem Steuerberater beraten.

Beispiel

Romano S. hat eine Hypothekarschuld von 100'000 Franken; eine gleich grosse Summe liegt auf seinem 3a-­Konto.

Der für ihn geltende Grenzsteuersatz liegt bei 30 Prozent, der Hypothekarzins beträgt zwei Prozent, und auf dem 3a­-Konto erhält Herr S. ein Prozent Zins. Das ergibt folgende Rechnung:

  • Nettohypothekarzins 1,4% Fr. 1400.–
  • Zinseinnahmen auf dem 3a­-Konto Fr. 1000.–

Romano S. zahlt also viel mehr Zinsen, als er einnimmt. Entnimmt er nun dem Säule-­3a-­Konto 50'000 Franken, um die Hypothekarschuld zu verkleinern, betragen die Hypothekarzinsen noch rund 700 Franken netto und die Zinseinnahmen 500 Franken. Die Differenz verkleinert sich also auf rund 200 Franken.

Steuern optimieren bei der Säule 3b

Auch im Rahmen der freien Vermögensbildung mit der Säule 3b gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Steuern zu optimieren, hauptsächlich im Versicherungsbereich.

Tipp: Fragen Sie sich vor jedem Versicherungsabschluss, welchen Schutz Sie wirklich brauchen. Klären Sie die versicherungstechnischen und möglicherweise steuerlichen Folgen einer vorzeitigen Vertragsauflösung ab und vergleichen Sie immer Produkte verschiedener Anbieter.

Lebensversicherungen

Kapitalbildende oder gemischte Lebensversicherungen, die sowohl im Er­lebens­ als auch im Todesfall eine Kapitalzahlung vorsehen, müssen mit dem Rückkaufswert im Vermögensverzeichnis deklariert werden. Die Jahresprämien wären zwar im Rahmen des allgemeinen Versicherungsabzugs absetzbar, dieser ist jedoch durch die Krankenkassenprämien bereits ausgeschöpft. Die Auszahlung der Versicherungssumme inklusive aller darin enthaltener Erträge und möglicher Überschüsse an den Versicherungsnehmer ist im Erlebensfall vollumfänglich steuerfrei, da es sich lediglich um eine Vermögensumschichtung handelt.

Im Wettlauf um Rendite haben die Lebensversicherer die Fondspolice entwickelt; deren Sparteil wird in Anlagefonds investiert. Bei fondsgebundenen Kapitalversicherungen ist eine vertragliche Laufzeit von zehn Jahren einzuhalten – nur dann gilt Steuerfreiheit bei der Auszah­lung im Erlebensfall.

Tipp: Da Kapitalgewinne für Privatanleger in der Schweiz steuerfrei sind, ist es wenig sinnvoll, Aktienfonds unter einem Lebensversicherungsmantel zu halten. Trennen Sie Vorsorge und Anlage. Wenn Sie sich dennoch für eine Fondspolice entscheiden, sollten Sie hauptsächlich Obligationenfonds wählen, die sonst steuerbare Erträge abwerfen würden. Prüfen Sie die Kosten, die beim Fondskauf, -tausch und -verkauf sowie für die Verwaltung anfallen – und zwar vor Vertragsabschluss. Diese Gebühren sind zum Teil sehr hoch und schmälern die potenzielle Rendite stark.

Einmaleinlageversicherungen

Nebst den mit periodischen Prämien finanzierten Kapitalversicherungen werden auch Einmaleinlagepolicen angeboten. Auszahlungen an den Versicherungsnehmer sind steuerfrei, wenn er bei der Auszahlung älter als 60 Jahre ist und wenn die Laufzeit der Versicherung länger als fünf Jahre (Fondspolicen: zehn Jahre) dauert.

Abschlüsse sind bis zur Vollendung des 66. Altersjahrs möglich. Einmaleinlageversicherungen unterliegen der eidgenössischen Stempelsteu­er in Höhe von 2,5 Prozent, was bei kurzen Laufzeiten die Rendite stark schmälert.

Leibrenten

Anstelle einer Lebensversicherung mit Kapitalauszahlung kann man auch eine Police mit Rentenzahlung abschliessen. Diese Leibrentenversicherungen werden stark mit dem Argument des Steuer­vorteils beworben; und die Renten fallen «nur» zu 40 Prozent unter die Einkommenssteuer. Dass dies ein Steuergeschenk sein soll, ist jedoch Augenwischerei: Schliesslich sind die Renten grösstenteils nichts anderes als eine in Raten erfolgende Rückzahlung des von Ihnen eingezahlten und bereits versteuerten Vermögens – mit geringen Erträgen. Die Rückkaufswerte laufender Leibrenten mit Rückgewähr unterliegen zudem der Vermögenssteuer.

Falls Sie eine Leibrente mit Rückgewähr abgeschlossen haben, unterliegt die Rückgewährssumme im Todesfall zu 60 Prozent der Erbschaftssteuer und zu 40 Prozent der Einkommenssteuer.

Reine Risikoversicherungen

Je nach Lebenssituation benötigen Sie eine Versicherung vielleicht bloss, um das Erwerbsunfähigkeits­- und/oder Todesfallrisiko abzudecken. Reine Risikoversicherungen sind relativ günstig, weil kein Kapital gebildet wird. Sollten Sie weder erwerbsunfähig werden noch vorzeitig versterben, er­folgt keine Leistung – und damit auch keine Besteuerung. Werden Todes­fallleistungen fällig, besteuert der Bund diese zu einem Fünftel des Tarifs und getrennt vom übrigen Einkommen. Die Regelungen in den Kantonen sind unterschiedlich.