1. Home
  2. Geld
  3. Sozialhilfe
  4. Sozialhilfe: Leben mit dem Minimum

SozialhilfeLeben mit dem Minimum

Frage: Ich bin seit längerer Zeit arbeitslos. Bald läuft mein Anspruch auf Arbeitslosengeld aus, und ich muss wohl oder übel zum Sozialamt. Wie viel Geld bekomme ich da?

Wer nicht kooperiert, erhält keine Zulagen und muss gar mit einer Kürzung der Sozialhilfe rechnen.
von aktualisiert am 08. August 2017

Sozialhilfe ist kein fixer Betrag, sondern wird individuell berechnet. Damit diese Berechnung nicht willkürlich erfolgt, orientieren sich alle Kantone an den jeweiligen kantonalen Sozialhilfegesetzen. Die meisten Kantone orientieren sich zudem an den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe.

Die Unterstützung umfasst:

  • den Grundbedarf für den Lebensunterhalt (Nahrungsmittel, Kleider, Verkehrsauslagen, andere Anschaffungen)
  • Wohnkosten
  • medizinische Grundversorgung
  • und in gewissen Fällen situationsbedingte Leistungen. Je nach Situation kommen Leistungen mit Anreizcharakter wie Einkommensfreibeträge und Integrationszulagen hinzu.
Anzeige

Grundbedarf: 986 Franken im Monat

  • Der Grundbedarf für eine Einzelperson beträgt in den meisten Kantonen 986 Franken pro Monat. Zwei Personen bekommen zusammen 1509 Franken, drei Personen 1834 Franken. Je nach Anzahl der unterstützten Haushaltsmitglieder wird der Grundbedarf hochgerechnet.
  • Für die Wohnkosten bestimmt die Gemeinde eine obere Grenze und orientiert sich dabei meist an den allerbilligsten Wohnungen in der Gemeinde.
  • Die medizinische Grundversorgung umfasst die Prämien für die obligatorische Grundversicherung samt Selbstbehalten und Franchisen.
  • Situationsbedingte Leistungen können nötig werden, wenn aus gesundheitlichen, wirtschaftlichen oder familiären Gründen zusätzliche Kosten entstehen. Bezifferbar sind auch Erwerbsunkosten, Fremdbetreuung von Kindern (bei Erwerbstätigkeit) oder nötige Kurse und Ausbildungen.
  • Erwerbstätigen Personen, die nur mit Sozialhilfe auf das Existenzminimum kommen, wird ein Einkommensfreibetrag zwischen 400 und 700 Franken gewährt, damit sie gegenüber nicht erwerbstätigen Sozialhilfebezügern ein wenig bessergestellt sind. Arbeit soll sich schliesslich lohnen.
  • Wer an sozialen oder beruflichen Integrationsmassnahmen teilnimmt, erhält einen Zuschlag zwischen 100 und 300 Franken. Wer nicht kooperiert, erhält keine Zulagen und muss gar mit einer Kürzung der Sozialhilfe rechnen.
Guider Logo

Mehr zu Sozialhilfe bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Wer Sozialhilfe beantragt, hat sowohl Rechte als auch Pflichten. Guider klärt seine Mitglieder darüber auf und gibt Auskunft darüber, ob Sozialhilfe später zurückerstattet werden muss. Musterbriefe liefern zudem Unterstützung, wenn Beschwerde gegen einen Entscheid einlegt wird.

Buchtipp

Job weg

Was tun bei Arbeitslosigkeit?

Mehr Infos

Bitte melden Sie sich an, um zu diesem Artikel zu kommen­tieren.

1 Kommentar

Sortieren nach:Neuste zuerst
kiko63
Finde es schade, dass man bald überall nur noch Infos gegen z.T. hohe Gebühren erhält. Gerade als Sozialhilfebetroffener ist man angewiesen auf Hilfe und auch mal eine kostenlose Dienstleistung, weil man ja gerade in diesem Status total aufgeschmissen ist, weil ohne Geld praktisch gar nichts mehr geht. Die öffentlichen Rechtsberatungen z.B. bei den Städten oder Gemeinden sind immer hoffnungslos überfüllt, so dass man gar nicht dran kommt, wenn man einmal wirklich dringend einen rechtlichen Rat braucht. Dieser elende Kapitalismus macht uns alle noch vollkommen kaputt. Es geht nur noch um's Geld und das kann es echt nicht sein.