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SteuernWas muss ich alles versteuern?

Welche Habseligkeiten muss man in der Steuererklärung angeben und welche nicht?

Schmuckstücke sind persönliche Gegenstände, etwa Eheringe. Selbst ­eine Luxusuhr, die getragen wird und 70'000 Franken wert ist, 
ist in den meisten Kantonen nicht steuerbar.
von aktualisiert am 31. Januar 2018

Die gute Nachricht vorweg: Der Bund besteuert Vermögen nicht, nur der Kanton. Die mässig gute Nachricht: Deswegen gelten 26 Steuerpraxen. Das erschwert das korrekte Deklarieren der Werte, die zum Verkehrswert, also zum Marktwert, aufzuführen sind. Auch die Weg­leitung zum Ausfüllen der Steuererklärung hilft oft nicht weiter.

In welchem Umfang die Habe noch als steuerfrei eingestuft wird, hängt von den konkreten Einkommens- und Vermögensverhältnissen ab. Im Zweifelsfall gibt die ­lokale Steuerbehörde Auskunft. ­Berücksichtigt werden Zweck und tatsächliche Nutzung eines Wertobjekts. In der Praxis stellt sich die Frage oft erst, wenn man ein Wertobjekt verkauft hat und das deklarierte Vermögen gegenüber dem Vorjahr erheblich gestiegen ist.

Wer gesunden Menschenverstand und Steuerehrlichkeit walten lässt, hat nichts zu befürchten. ­Ohnehin ist durch das Verheimlichen von Vermögenswerten nicht viel zu gewinnen – die Vermögenssteuer bewegt sich für Normal­verdienende im Promillebereich.

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Vermögenswerte

Im Wertschriftenverzeichnis aufzuführen sind die Salden per 31. Dezember. Das gilt auch für auf dem Sparkonto hinterlegte Mietkautionen.

Wertschriften

Handelbare Aktien, Obliga­tionen, Fondsanteile und strukturierte Produkte sind mit dem Steuerkurs gemäss Kursliste der Eidgenössischen Steuerverwaltung zu deklarieren. Bei nicht börsen­gehandelten Aktien kann im Zweifelsfall der Steuerwert des Vorjahres eingesetzt ­werden.

Anzahlungen

Wer eine grössere Anschaffung tätigt, beispielsweise ­einen Hauskauf, leistet oft ­eine Anzahlung. Die ent­sprechende Summe ist ­momentan zwar nicht ver­fügbar, muss aber dennoch im Wertschriftenverzeichnis deklariert werden.

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Darlehen

Wenn Sie jemandem Geld ­leihen, haben Sie die volle Summe als Forderung im Wertschriftenverzeichnis ­aufzuführen. Doch was gilt, wenn Sie befürchten, dass der Schuldner das Geld nicht zurückzahlen kann? Zum ­Vergleich: Käufer von ­An­leihen schlechter Schuldner zahlen im Normalfall nur ­einen Teil der tatsächlich ­geschuldeten Summe – zum Beispiel 60 Prozent. In manch einer Weg­leitung zur Steuererklärung steht denn auch der Satz: «Macht der Steuerpflichtige eine ­tiefere Bewertung geltend, ist der Verkehrswert einzelfallweise zu ermitteln.» Das gilt in den meisten Kantonen aber nur dann, wenn das ­Darlehen überfällig ist und bereits eine Betreibung ­eingeleitet wurde.

Verlustscheine

Wenn nach erfolgloser ­Betreibung nur ein Verlustschein bleibt, sollte man ­diesen unbedingt aufbewahren. Falls der zahlungs­unfähige Schuldner zu einem späteren Zeitpunkt doch noch zahlen kann, macht der Verlustschein den plötzlichen ­Vermögenszuwachs für das Steueramt plausibel.

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Tiere

Wer Besitzer eines Zuchthengstes ist, kann ihn kaum verbergen und hat das Prachtexemplar im Rahmen des beweglichen Vermögens zu versteuern. Das arme Tier wird in manchen Kantonen sogar als «Sportgerät» bezeichnet.

Anderseits käme kein Besitzer eines Hamsters jemals darauf, den niedlichen ­Nager im Vermögensregister aufzuführen. Doch wo liegt die Grenze? Wer als Hobby Schäferhunde züchtet und sechs reinrassige Tiere im Zwinger hat, bringt es damit auf einen fünf-stelligen Betrag, der im Rahmen des Vermögens besteuert wird – kommer­zielle Absichten hin oder her. Verheimlichen ist keine gute Strategie, man bezahlt ja Hundesteuern, so dass die Vierbeiner dem Fiskus bekannt sind.

Persönliche Gebrauchsgegenstände

In diese von der Vermögens­steuer befreite Kategorie fallen Kleider, Sportgeräte vom Velo über den Gleitschirm bis zur Tauchausrüstung, Fotoapparate und Musikinstrumente, wenn es sich nicht um wertvolle Einzelstücke handelt, etwa um eine ­Stra­divarigeige. Auch Schmuckstücke sind persönliche Gegenstände, etwa Eheringe. Selbst ­eine Luxusuhr, die getragen wird und 70'000 Franken wert ist, ist in den meisten Kantonen nicht steuerbar.

Sammlungen

Wie sieht es aus, wenn ein ­Liebhaber 25 Armband­uhren im Gesamtwert von 20'000 Franken besitzt und abwechslungsweise passend zur Kleidung trägt? Auch in diesem Fall kann nicht von einer steuerpflichtigen Sammlung die Rede sein, die ­Uhren sind Alltags­güter. Wenn jemand aber eine grosse Zahl von Luxusuhren besitzt, die ­einen Grossteil des Vermögens ausmachen, gilt das als hochwertige Sammlung, die im ­Rahmen des Vermögens versteuert werden muss. Dabei ist der Marktwert massgebend.

Briefmarken

Leidenschaftliche Sammler ­wissen in der Regel – zumindest ungefähr –, was ihre Sammlung wert ist. Dieser Verkehrswert ist in der Steuererklärung einzusetzen. Eine kostspielige Schätzung können sich Philatelisten aber sparen. Eine Veranlagungs­beamtin meint dazu: «Noch nie haben wir den deklarierten Wert einer Briefmarkensammlung hinterfragt, wir sind schon froh, wenn die Leute ehrlich sind und die Sammlung überhaupt an­geben.» Sammler von Kaffeerahmdeckeli und Pins müssen ihre Leidenschaft kaum mit dem Fiskus teilen.

Wein

Ein Steuerfunktionär in einem Innerschweizer Kanton erklärt, er habe ­seine eigenen Weinflaschen nicht als Vermögen deklariert, weil die edlen Tropfen für den Eigenkonsum bestimmt seien und nicht als Wertanlage dienten. Wer ­keinen gewerbsmässigen Weinhandel betreibt, muss die Flaschen nicht versteuern. Natürlich ist dieser ­Umstand schwer plausibel zu machen, wenn man Hunderte von ­Spitzenweinen besitzt. Auch hier gilt gesundes Augenmass.

Fahrzeuge

Boote, Motorräder und Segelflugzeuge lassen sich nicht unter die steuerfreien Sport­geräte einreihen. Das gilt natürlich auch für das Auto. Als Basis dient der Kaufpreis, der sich jährlich um 20 bis 40 Prozent vermindert und ­damit den Steuerwert bildet. Einige Kantone weisen in der Wegleitung eine Steuer­wert­tabelle aus. Im Kanton Aargau etwa ist der Steuerwert im Jahr des In-Verkehr-Setzens 70 Prozent des Katalogpreises. War das Auto bereits ein Jahr davor auf der Strasse, hat man noch die Hälfte des Katalogpreises zu versteuern; und so weiter. Autos, die länger als sieben Jahre in Betrieb sind, sind im Kanton Aargau von der ­Vermögenssteuer befreit. Aber Vorsicht: Autos, die älter als 20 Jahre sind, gelten als Old­timer und könnten je nach Modell als Liebhaberobjekt ­taxiert werden. Echte Lieb­haberautos sind entsprechend versichert, so dass der Ver­sicherungswert in der Steuer­erklärung einzusetzen ist. ­Fahrzeuge der Luxusklasse mit Sammlerwert erfahren in einigen Kantonen keine ­Abschreibung.

Hausrat

Hausrat und persönliche Gebrauchsgegenstände werden generell nicht besteuert. Zu bescheiden wäre das Steueraufkommen, zu aufwendig die Bewertung, zu schwierig die Durchsetzung. Zum Hausrat gehören die üblichen Dinge in einer Wohnung, die tatsächlich zu Wohnzwecken dienen: Möbel, Teppiche, Bilder, Küchen- und Gartengeräte, Geschirr, Bücher, Unterhaltungselektronik.

Silberbesteck

Was die Steuerämter als angemessene ­Ausstattung betrachten, hängt von den ­finanziellen Verhältnissen der steuerpflich­tigen Person ab. Es gilt die Verhältnis­mässigkeit: Reiche mögen mit steuer­­freiem Silberbesteck dinieren – wer aber in einer ­kleinen Mietwohnung lebt und Hunderte von Silberlöffeln als Wert­anlage hortet, ­sollte diese zum ­Verkehrswert deklarieren. Sonst wird es ­spätestens bei einem ­Verkauf problematisch: Der plötzliche Vermögenszufluss könnte nicht ­erklärt werden, und eine Nachsteuer, Zinsen und ­eine Busse würden fällig.

Möbel

Wer eine antike, potenziell wertvolle ­Kommode geerbt hat, sollte sie schätzen und ­versichern lassen. Der Versicherungswert ist in der Steuererklärung aufzuführen. Wer das nicht tut, gerät nicht nur bei einem allfälligen Verkauf ins Fadenkreuz des ­Steueramts, sondern auch im Schadensfall. Ohne vorherige Deklaration wird man die ­erhaltene Versicherungs­summe respektive den plötzlichen Ver­mögenszufluss dem Steueramt kaum plausibel erklären können.

Gemälde

Bilder von geringem Wert zählen zum ­steuerfreien Hausrat. Wertvolle Gemälde oder Skulpturen berühmter Künstler sind in der Regel versichert. Dann dient der ­Versicherungswert als Verkehrswert, der entsprechend zu dekla­rieren ist. Ein Tipp: Im Abstand von einigen Jahren sollte der Marktpreis neu ermittelt werden. Wer vor zehn Jahren ein Werk für 100'000 Franken versichert hat und nun auf einer Auktion ­dafür eine Million löst, riskiert ein Nach­steuer- und Bussenverfahren. In diesen Sphären gilt ein Bild als Vermögensanlage.

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