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VersicherungenWie komme ich da raus?

Mal schnell die Versicherung wechseln, weil man ein günstigeres Angebot entdeckt hat? Ganz so einfach ist das nicht.

Normal ist, dass der Vertrag eine feste Laufzeit hat. Aber auch dann ist eine schriftliche Kündigung nötig, in der Regel drei Monate vor Ablauf der Police.
von aktualisiert am 11. August 2017

Wer eine Versicherung abschliesst, macht sich selten Gedanken darüber, wie man aus dem Vertrag wieder herauskommt. Massgebend sind die Police und die allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB). Normal ist, dass der Vertrag eine feste Laufzeit hat. Aber auch dann ist eine schriftliche Kündigung nötig, in der Regel drei Monate vor Ablauf der Police - spätestens an diesem Tag muss das Schreiben bei der Versicherung sein. Am besten verschickt man es eingeschrieben. Während der Laufzeit kann man nur in bestimmten Fällen aussteigen:

  • Bei einer Prämienerhöhung: Die Versicherung muss eine Erhöhung spätestens 25 Tage vor der Fälligkeit der neuen Prämie bekannt geben. Kündigen kann man dann auf den Anfang des neuen Versicherungsjahres. Das Schreiben muss spätestens am Tag vorher beim Versicherer sein. Das Kündigungsrecht gilt jedoch nicht, wenn die Gesellschaft die Prämie aufgrund einer Veränderung des Risikoprofils oder einer zusätzlichen Deckung erhöht hat.
     
  • Nach einem Schadensfall: Wenn die Versicherung eine Leistung erbringt, kann sowohl der Kunde wie auch der Versicherer den Vertrag auflösen. Oft sehen die AVB vor, dass man innert 14 Tagen nach Kenntnis der Schadenszahlung kündigen kann.
     
  • Bei Wegfall des Risikos: Wenn man zum Beispiel sein Auto verkauft und die Nummernschilder beim Strassenverkehrsamt deponiert, meldet dieses dem Versicherer die Ausserverkehrssetzung. Je nach Gesellschaft werden allfällige Prämienvergütungen sofort gezahlt oder bei der Wiedereinlösung der Schilder gutgeschrieben.
     
  • Bei einer Handänderung: Wechselt der Gegenstand der Versicherung den Eigentümer, so endet der Vertrag grundsätzlich automatisch zu diesem Zeitpunkt - ausser bei der obligatorischen Motorfahrzeughaftpflicht und der Gebäudeversicherung. Trotzdem kann der Käufer auch die Haftpflichtversicherung wechseln. Dafür gibt er beim Strassenverkehrsamt einfach den neuen Versicherer an, bei dem er die obligatorische Motorfahrzeughaftpflicht- und eine allfällige Kaskoversicherung abschliessen will. Die Behörde informiert die alte Gesellschaft, falls man das noch nicht getan hat, und der bisherige Vertrag erlischt.
     
  • Bei einem Hauskauf geht die obligatorische Gebäudeversicherung auf den Erwerber der Liegenschaft über, sofern dieser oder der Versicherer nicht innert 14 Tagen nach Handänderung kündigen. Freiwillige Policen wie etwa die Gebäudewasserversicherung erlöschen. Gleich läuft es, wenn man ein Haus geerbt hat, denn auch dies gilt als Handänderung. Einige Gesellschaften gewähren hier jedoch für die freiwilligen Versicherungen noch während einer gewissen Zeit nach dem Tod des Erblassers Versicherungsschutz. Auch bei einer Erbschaft ist ein Wechsel möglich: Falls die Erben bereits einen neuen Vertrag abgeschlossen haben, erlischt der alte zum Beginn des neuen.
     
  • Bei der Übernahme des Versicherers durch eine andere Gesellschaft: Ausserterminlich kündigen kann man hier nur, wenn die Verträge tatsächlich auf die neue Gesellschaft übergehen. Dies war beim Verkauf der Winterthur-Versicherung an die Axa zum Beispiel nicht der Fall.
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