Beim Lipödem nimmt das Fettgewebe der Unterhaut an beiden Beinen symmetrisch zu und lagert Wasser ein. Im Verlauf reagiert es schmerzhaft auf Druck. Die Erkrankung tritt fast ausschliesslich bei Frauen auf.

Meist beginnt die Erkrankung bereits kurz nach der Pubertät oder nach einer Schwangerschaft – ein Lipödem entwickelt sich jedoch meist langsam, über viele Jahre hinweg. In 70 Prozent der Fälle betrifft es die Beine, in etwa 30 Prozent sind auch die Arme betroffen.

Anfangs fallen die Veränderungen an den Gliedmassen kaum auf oder werden für eine normale Gewichtszunahme gehalten. Auf Sport oder Diätversuche reagiert das Fettgewebe an den Beinen (oder Armen) allerdings nicht. Das Abnehmen wirkt sich höchstens auf den Körperrumpf aus.

Wenn das Fettgewebe mit der Zeit anwächst und sich vermehrt Wasser ins Gewebe einlagert, verschieben sich die Körperproportionen immer mehr und wirken ungleichmässig. Im Verhältnis zu den Beinen scheint der Oberkörper oft ungewöhnlich schmal zu sein. Die anfangs noch glatte Haut wird allmählich unebener und fühlt sich zunehmend unangenehm an. Manche Betroffene berichten von Symptomen wie einem unangenehmen Spannungs- oder Druckgefühl. Schliesslich reagiert die Haut auch schmerzhaft auf Druck oder schmerzt fortwährend. Die Beschwerden verstärken sich häufig bei Wärme, langem Stehen oder Sitzen sowie zum Abend hin. Es entstehen rasch blaue Flecken (Blutergüsse).

Wie sich das Fettgewebe in den Beinen (oder Armen) verteilt, kann individuell unterschiedlich sein. Immer tritt der Fettzuwachs jedoch symmetrisch an beiden Gliedmassen auf. Füsse (oder Hände) bleiben dabei ausgespart von der Fettzunahme. Bei manchen Betroffenen verteilt sich Fett gleichmässig über das ganze Bein (den ganzen Arm). Bei anderen sammelt es sich vorwiegend jeweils an den Ober- oder Unterschenkeln (Ober- oder Unterarmen).

Das Fettgewebe wird dabei über die Jahre delliger und wulstiger. Hat das Lipödem bereits stärkere Ausmasse angenommen, bilden sich oberhalb der Knie oder an den Sprunggelenken in manchen Fällen überhängende Fettlappen/-wülste. Besteht die Erkrankung bereits über Jahre, gerät zudem das Lymphsystem an seine Grenzen, sodass sich möglicherweise zusätzlich zum Lipödem auch ein Lymphödem entwickelt. Ein Lymphödem entsteht, wenn Flüssigkeit aus den Lymphbahnen in das umliegende Gewebe dringt. Es zeigt sich ebenfalls durch Schwellungen.

Der Umfangzuwachs der Beine (oder Arme) verändert das Aussehen der Betroffenen und führt so nicht nur durch die Schmerzen oft zu grossem Leidensdruck.

Obwohl das Lipödem gar nicht so selten vorkommt, haben viele Betroffene eine längere Ärzte-Odyssee und damit auch einen langen Leidensweg hinter sich. Zwar ist das Krankheitsbild im Grunde bereits seit mehr als 70 Jahren bekannt und lässt sich im Prinzip bereits früh erkennen – dennoch scheint das Lipödem vielen Ärzten kaum geläufig zu sein. So geschieht es immer wieder, dass Betroffene erst nach Jahrzehnten eine korrekte Diagnose und damit auch eine passende Behandlung erhalten. Oft vermuten Ärzte beispielsweise einfach starkes Übergewicht (Adipositas) als Ursache und empfehlen den Betroffenen als Therapiemassnahmen eine gewichtsreduzierende Diät und Sport. Diese Massnahmen haben jedoch keinen Effekt auf das Lipödem.

 

Welcher Arzt kann helfen?
Der beste Ansprechpartner, um ein mögliches Lipödem abzuklären, ist ein Phlebologe, Lymphologe oder Gefässspezialist.

Ist die Diagnose Lipödem erst einmal gestellt, kann auch eine sinnvolle Behandlung erfolgen. In frühen Stadien können Kompressionsverbände oder -strümpfe oft schon verhindern, dass sich das Lipödem verschlimmert beziehungsweise sich weiter Wasser einlagert.

In späteren Stadien nimmt die sogenannte komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) eine zentrale Stellung ein. Mit ihr soll das Lipödem entwässert werden. Die KPE ist eine Kombination aus manueller Lymphdrainage, Kompressionsverbänden, Krankengymnastik und Hautpflege. Die KPE sollten Betroffene möglichst lebenslang fortführen, da sich andernfalls erneut Wasser im Gewebe einlagern wird.

Nach der Entwässerung kann das Fettgewebe mithilfe einer Fettabsaugung (Liposuktion) auf ein normales Mass gebracht werden.

Von einem Lipödem spricht man, wenn sich an beiden Beinen (oder seltener an den Armen) das Fettgewebe der Unterhaut vermehrt und schmerzhaft auf Druck reagiert. Manchmal ist auch das Gesäss mitbetroffen. An Füssen (oder Händen) nimmt das Fettgewebe bei einem Lipödem dagegen nicht zu. Auch der Körperrumpf bleibt vom Lipödem unbeeinträchtigt, sodass ein deutliches Missverhältnis bei den Proportionen von Ober- und Unterkörper besteht, vor allem wenn der Betroffene normalgewichtig ist.

Wissenswertes
Das Lipödem als Erkrankungsbild wurde erstmals 1940 von den US-amerikanischen Ärzten Allen und Hines beschrieben.

 

Häufigkeit

Erhebungen über die Erkrankungshäufigkeit in der Schweiz fehlen. International publizierte Angaben weisen eine sehr hohe Streuung auf. Laut Orphanet (einem vom französischen Staat und vom WHO-Regionalbüro Europa betriebenen Portal über seltene Krankheiten) leiden eine bis neun von 100 000 Personen an dieser Krankheit. Auf die Schweiz übertragen entspricht dies 80 bis 720 Personen. Wahrscheinlich liegt die Zahl jedoch  höher, da ein Lipödem im Anfangsstadium möglicherweise nicht als solches erkannt wird oder ein fortgeschrittenes Stadium fälschlicherweise für ein reines Lymphödem gehalten wird.

Ein Lipödem entwickelt sich normalerweise ausschlieddlich bei Frauen. In der Regel beginnt es in jüngerem Alter, meist nach der Pubertät oder nach einer Schwangerschaft. Dass ein Lipödem bei Frauen erst im mittleren Lebensalter neu auftritt ist eher selten. In etwa 70 Prozent der Fälle betrifft die Erkrankung nur die Beine, in 30 Prozent der Fälle zusätzlich auch die Arme.

Männer erkranken dagegen äusserst selten an einem Lipödem und wenn, dann eher im mittleren Lebensalter. Hier tritt die Erkrankung meist im Zusammenhang auf mit:

  • einem alkoholbedingten Leberschaden,
  • starken hormonellen Störungen (z.B. Hypogonadismus) oder
  • einer Hormonbehandlung (z.B. bei Krebserkrankungen).

Welche Ursachen ein Lipödem hat, ist noch nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich gibt es eine erbliche Komponente, da bei etwa 20 Prozent der Betroffenen weitere Fälle innerhalb der Familie vorkommen.

Bei den Betroffenen vermehrt sich an beiden Beinen (oder den Armen) das Fettgewebe der Unterhaut. Im Unterschied zur Fettzunahme bei Übergewicht wachsen jedoch nicht die einzelnen Fettzellen, sondern das Fettgewebe an sich verändert sich:

  • mehr Fettzellen: Die Zahl der Fettzellen steigt, wodurch das Fettgewebe der Unterhaut dicker wird.
  • mehr und fester strukturiert: Fettzellen liegen immer zu mehreren als Läppchen organisiert im Gewebe vor. Beim Lipödem sind die Strukturen, die die Fettzellen zusammenhalten, stärker und auch vermehrt vorhanden. Die Läppchen bilden als Folge tastbare Knötchen in der Unterhaut.

Ausserdem kommt es beim Lipödem zu einer Erkrankung der kleinsten Blutgefässe (sog. Mikroangiopathie), in deren Folge die Durchlässigkeit der Blutgefässe (Kapillaren) zunimmt. Gleichzeitig filtriert der Körper mehr Wasser aus dem Blut, welches durch die durchlässigeren Gefäßwände leichter ins umliegende Fettgewebe gelangt und hier aufgenommen wird. Auf diese Weise bildet sich oberhalb der bindegewebigen Hüllschicht (Faszien) ein Ödem, sodass das Gewebe stark spannt. Das betroffene Gewebe reagiert als Folge dieser Wasseranstauung sehr schmerzhaft auf Druck.

Ausserdem kommt es aufgrund der durchlässigeren Kapillaren rascher zu blauen Flecken (Blutergüssen), da nicht nur Wasser, sondern auch rote Blutkörperchen leichter die Gefässwände durchdringen. Bereits kaum merkliche Stöße können so zu blauen Flecken führen.

Über die Jahre belastet die Erkrankung zunehmend die Lymphgefässe und stört im Verlauf auch den Lymphabfluss. Auf diese Weise kann sich zusätzlich zum Lipödem ein Lymphödem ausbilden.

Keinen Einfluss auf die Entstehung eines Lipödems hat dagegen die Ernährung. Das übermässige Fettgewebe an den Beinen (oder Armen) ist nicht die Folge einer kalorienreichen Ernährung.

Ein Lipödem zeichnet sich durch verschiedene Symptome aus. Das Unterhautfettgewebe im Bereich der Beine (oder der Arme) nimmt langsam, aber stetig zu. Füsse (oder Hände) bleiben dagegen normal, ebenso wie der Rumpf des Körpers. Je nachdem, wie weit das Lipödem fortgeschritten ist, stimmen die Proportionen zwischen Ober- und Unterkörper nicht mehr. Das fällt umso mehr auf, wenn die Betroffene im Grunde normalgewichtig ist.

Die Fettverteilung an den Beinen (bzw. Armen) kann individuell verschieden sein. Manchmal ist das gesamte Bein von den Knöcheln an aufwärts betroffen (teilweise inklusive Gesäss), bei anderen vermehrt sich das Fettgewebe möglicherweise nur an den Oberschenkeln oder Unterschenkeln (bzw. Ober- oder Unterarmen). Ist das Fett gleichmässig über das gesamte Bein verteilt, spricht man auch von einem «Säulenbein». Sammelt sich das Fett vor allem am oberen Teil des Oberschenkels an, liegt eine sogenannte «Reiterhose» vor. In späteren Stadien bilden sich bei den Betroffenen möglicherweise Fettwülste oberhalb der Knie oder der Sprunggelenke.

Anfangs sind die vom Lipödem betroffenen Gewebebereiche oft «nur» druckempfindlich, möglicherweise liegt ein Spannungsgefühl vor. In fortgeschrittenen Stadien verstärken sich die Symptome: Die Bereiche reagieren dann sehr schmerzhaft auf Druck, können unter Umständen aber auch ohne Druck schmerzen.

Insgesamt fühlt sich die Haut der vom Lipödem betroffenen Bereiche weich an und wirkt eher zart und fein. Häufig erkennt man unter der Haut feinste verzweigte Blutgefässe. Zudem entstehen sehr leicht blaue Flecken (Blutergüsse).

Im Unterschied zu einem normalen Ödem lässt sich das Gewebe bei einem Lipödem kaum oder gar nicht eindrücken beziehungsweise der Druck hinterlässt keine Delle. Die Beine fühlen sich durch das Lipödem oft schwer an. Häufig verstärken sich Symptome wie Schmerzen oder Schweregefühl bei:

  • warmem Wetter
  • langem Stehen
  • langem Sitzen
  • abends

In den Beinen (oder Armen) entsteht oft ein Hitzegefühl, obwohl sich die Gliedmassen von aussen kühl anfühlen.

Manche Betroffene mit Lipödem sind normalgewichtig, andere leiden gleichzeitig an Übergewicht. In jedem Fall lässt sich das Lipödem nicht durch Ernährung oder Sport beeinflussen und reagiert nicht auf Diäten oder Ernährungsumstellungen. Bei bestehendem Übergewicht kann jedoch der Körperrumpf durch Massnahmen zur Gewichtsreduzierung an Umfang verlieren.

Mediziner unterscheiden beim Lipödem verschiedene Stadien:

  • Stadium 1: Die Fettverteilung in der Unterhaut ist noch gleichmässig, die Haut ist glatt. Das Bindegewebe wird in diesem Stadium jedoch bereits überschwemmt und erweicht.
  • Stadium 2: Es bilden sich erste Knötchen im Unterhautfettgewebe; auf der Haut zeigen sich unebene, Cellulite-ähnliche Stellen. Schmerzen treten auf.
  • Stadium 3: Im Gewebe der Unterhaut bildet sich vermehrt Bindegewebe. Dadurch verhärtet sich der betroffene Bereich. An Oberschenkeln und Knien entstehen deutliche Fettwülste. Die Schmerzen nehmen zu.

Häufig kann der Arzt bereits anhand des typischen Aussehens der Beine (oder Arme) im Verhältnis zum (meist) schlanken Oberkörper die Diagnose Lipödem stellen. Ein deutlicher Hinweis auf die Erkrankung ist zudem, wenn die betroffenen Bereiche schmerzhaft auf Druck reagieren und der Patient berichtet, dass er sehr schnell blaue Flecken (Blutergüsse) bekommt.

Beim Abtasten der Haut fühlt der Arzt im Falle eines Lipödems eine Struktur, die kleinen Styroporkügelchen oder in späteren Stadien auch walnussgroßen Kugeln ähnelt. Die Haut fühlt sich ausserdem eher weich an. Drückt man in das Gewebe, bleibt keine Delle zurück.

Beim sogenannten paradoxen Kneiftest kneift der Arzt in die Haut des Oberschenkels – einmal an der Beininnenseite und einmal an der Beinaußenseite. Bei einem Lipödem empfindet der Betroffene den Schmerz nun aussen am Bein stärker als innen (normalerweise wird dies genau umgekehrt empfunden).

Der sogenannte Stemmer-Test kann dabei helfen, zu unterscheiden, ob es sich um ein Lipödem oder ein Lymphödem handelt. Hierfür greift der Arzt die Haut am zweiten Zeh und versucht, diese anzuheben. Bei einem Lipödem sollte das möglich sein («negativer Stemmer-Test»), bei einem Lymphödem funktioniert dies dagegen meist nicht («positiver Stemmer-Test»). Sofern die Erkrankung weiter fortgeschritten ist und zusätzlich ein Lymphödem besteht, kann der Stemmer-Test aber auch positiv ausfallen.

Theoretisch sind keine apparativen Methoden notwendig, um die Diagnose Lipödem zu stellen. Dennoch können weitere Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren zum Einsatz kommen. Eine Ultraschalluntersuchung der Beine (oder Arme) etwa kann weitere typische Anzeichen eines Lipödems zeigen: Hier erkennt der Arzt in der Regel, dass das Unterhautfettgewebe zugenommen hat und diffus eingelagertes Wasser aufweist. Mithilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) lässt sich eine verdickte Unterhaut nachweisen. Weitere mögliche Diagnose-Verfahren für ein Lipödem sind die indirekte Lymphangiographie und die Lymphszintigraphie, mit denen der Arzt Aufschluss darüber erhält, wie gut das Lymphsystem und der Lymphabfluss funktionieren.

Als Hinweis auf ein Lipödem gilt auch, wenn das Fettgewebe an den Beinen (oder Armen) nicht auf Diäten reagiert, der Körperrumpf aber schon.

Um sicherzugehen, dass es sich um ein Lipödem handelt, muss der Arzt ausserdem bestimmte Erkrankungen ausschließen, die zu einem ähnlichen Beschwerdebild führen können. Zu diesen Erkrankungen zählen zum Beispiel:

  • die Lipohypertrophie: Hierbei vermehrt sich ebenfalls das Fettgewebe der Unterhaut, lagert jedoch kein Wasser ein und führt auch nicht zu Schmerzen durch Druck. (Möglicherweise kann sich im späteren Verlauf aus einer Lipohypertrophie auch ein Lipödem entwickeln – hierzu sind jedoch weitere Studien notwendig.)
  • das primäre Lymphödem: Das primäre Lymphödem ist erblich bedingt. Das angeschwollene Gewebe reagiert nicht schmerzhaft auf Druck und im Unterschied zum Lipödem schwillt meist die Oberseite der Füsse mit an.
  • das Phlebödem: Im Rahmen einer chronischen Venenschwäche kann es zu Ödemen im Bereich der Beine kommen.
  • der Morbus Dercum (Adipositas dolorosa): Bei dieser Erkrankung sammelt sich ebenfalls Fett im Bereich der Beine an (Füsse ausgenommen) und führt zu Schmerzen. Die Erkrankung tritt jedoch in der Regel erst in den Wechseljahren auf.
  • der Morbus Madelung: Diese Erkrankung betrifft vorwiegend Männer. Hier vermehrt sich das Fettgewebe je nach Erkrankungstyp
    • entweder im Hals-Nacken-Bereich
    • oder an den Schultern, zwischen den Schulterblättern und an den Oberarmen
    • oder im Bereich des Beckens.
  • Adipositas: Bei starkem Übergewicht (Adipositas) kommt es zwar auch zu einer Fettvermehrung, jedoch nimmt das Fett hier am ganzen Körper zu und nicht nur an den Beinen (oder Armen).

Bislang gibt es für das Lipödem keine ursächliche Therapie. Dennoch lassen sie die Beschwerden der Erkrankung durch eine Behandlung grösstenteils lindern und auch der Umfang der Beine (oder Arme) verringern. Ob bei einem Lipödem eine Therapie notwendig ist, hängt davon ab, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. In Stadium 1 gilt eine Behandlung oft nicht als notwendig. In der Regel verschreiben Ärzte erst ab Stadium 2 des Lipödems therapeutische Massnahmen.

Bei einem Lipödem ist das erste Ziel der Therapie, das im Gewebe gespeicherte Wasser so weit wie möglich zu verringern beziehungsweise das Gewebe zu entstauen. Das lässt sich mit zwei Methoden erreichen:

  • über die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE): Die KPE ist eine Kombination aus vier verschiedenen Massnahmen:
    • manuelle Lymphdrainage (ca. ein- bis zweimal pro Woche)
    • Kompressionsverbände, also spezielle Bandagen oder Kompressionsstrümpfe (täglich)
    • Krankengymnastik
    • intensive Hautpflege
  • über Kompressionsverbände: Durch spezielle Verbände oder durch Kompressionsstrümpfe lässt sich in frühen Stadien oft verhindern, dass sich mehr Wasser einlagert bzw. sich das Lipödem verschlimmert

Laut Empfehlungen sollte die komplexe physikalische Entstauungstherapie möglichst lebenslang durchgeführt werden, da sich die Ödeme sonst erneut bilden. Auf das Fettgewebe an sich hat die KPE jedoch keine Auswirkungen. Nach einer erfolgreichen Entwässerung des Lipödems kann deshalb eine Fettabsaugung (Liposuktion) infrage kommen, bei der der Arzt übermässiges Fettgewebe entfernt.

Obwohl eine Kombination aus komplexer physikalischer Entstauungstherapie und Fettabsaugung als Therapie von Experten empfohlen wird, zählt die Fettabsaugung noch nicht zu den Standardtherapien beim Lipödem. Aus diesem Grund müssen Betroffene die Kosten für eine Fettabsaugung in der Regel selbst tragen, da der Eingriff von den Krankenkassen bislang als reine Schönheits-OP gewertet wird.

 

Diuretika

Eine Behandlung des Lipödems mit entwässernden Medikamenten (Diuretika) gilt als nicht empfehlenswert, da sich bei längerer Einnahme das Gewebe verhärten kann.

 

Ernährung

Eine Ernährungsumstellung bringt nicht im eigentlichen Sinne einen Erfolg, da das vermehrte Fettgewebe bei einem Lipödem nicht die Folge einer übermässigen Kalorienzufuhr ist. Dementsprechend gibt es auch keine spezielle Diät, die man beim Lipödem empfehlen könnte. Sofern Übergewicht vorhanden ist, kann eine Umstellung hin zu einer ausgewogenen Ernährung jedoch dazu beitragen, dass das Körpergewicht reduziert wird, um ein Normalgewicht zu erreichen. Bei vorhandenem Lipödem sollten Betroffene zudem darauf achten, dass das Gewicht nicht durch ungünstige Ernährungsweisen zunimmt.

 

Sport

Es gibt keine speziellen Sportübungen, die dabei helfen, ein Lipödem zu verringern. Auch ein Bauch-Beine-Po-Training bleibt hierbei wirkungslos. Sportarten im Wasser können die Beschwerden jedoch insofern lindern, dass durch den Wasserdruck eine Art Lymphdrainage entsteht. Empfehlenswert sind hierfür zum Beispiel Sportarten wie

  • Schwimmen
  • Aqua-Jogging
  • Aqua-Aerobic
  • Aqua-Cycling

Sport ist auch zu empfehlen, wenn es darum geht, vorhandenes Übergewicht zu verringern.

Bei einem Lipödem nimmt das Fettgewebe der Unterhaut im Bereich der Beine (oder Arme) langsam, aber stetig zu. Wie weit die Erkrankung und der damit einhergehende Umfangszuwachs fortschreiten, ist individuell verschieden.

Wird die Erkrankung bereits im Frühstadium erkannt, kann eine Behandlung rechtzeitig beginnen und den Verlauf günstig beeinflussen. Kommen bereits im Anfangsstadium Kompressionsverbände zum Einsatz, lässt sich die Einlagerung von Wasser oft aufhalten.

Eine adäquate Behandlung in späteren Stadien entwässert das Lipödem und lindert dadurch die Schmerzen und andere mit der Erkrankung einhergehende Beschwerden. Die Lebensqualität der Betroffenen lässt sich auf diese Weise bereits deutlich verbessern.

Ohne Behandlung kann sich nach einigen Jahren zusätzlich ein Lymphödem ausbilden, durch das zusätzlich Flüssigkeit in die Gliedmaßen eingelagert wird.

Da die Ursachen des Lipödems bislang noch nicht ausreichend bekannt sind, gibt es keinen direkten Weg, der Erkrankung vorzubeugen.